Übungsunterlage zur Fragetechnik (hypnosystemisches Coaching, Seitenmodell). Die Zeitangaben beziehen sich auf das Transkript. Die Fragen sind sinngemäß und leicht geglättet, da das Transkript automatisch erzeugt wurde. Die Spalte „Wirkung" fasst zusammen, was der Kommentator zur jeweiligen Technik erklärt.
Gesprächsverlauf in Kurzform: Ambivalenz und Auftrag klären, Problemerleben aktivieren, Seiten herausarbeiten und würdigen, Umgang mit sich selbst verändern, Seiten im Raum platzieren, Ressourcen und Lösung, Ziel neu verhandeln, Transfer.
Coachee: Die Bühne ist für sie ein „Albtraum". Sie ist trotzdem da, weil sie eine Führungsposition anstrebt.
| Frage des Coaches | Wirkung |
|---|---|
| „Was könnte ich denn für dich tun?" | Offener Einstieg, Auftrag der Klientin erfragen |
| „Da gibt es eine gewisse Ambivalenz, könnte man das so sagen?" | Ambivalenz benennen und zur Bestätigung anbieten (Zwei-Seiten-Modell) |
| „Etwas in dir scheint zu wollen, aber etwas auch nicht. Kann man das so sagen?" | Einführung des Seitenmodells, Reframing von „muss" zu „will" |
| „Warum geht's da denn?" bzw. Nachfrage zum „Muss" | Motiv hinter dem Kommen freilegen (Führungsposition) |
Coachee: „Ich will nicht so aufgeregt sein." Positive Formulierung fällt ihr schwer.
| Frage des Coaches | Wirkung |
|---|---|
| „Was wäre denn deine Vorstellung, mit oder ohne dieses Gespräch, wenn sich das für dich Gewünschte so entwickelt hätte?" | Zielfrage; bei Schwierigkeit nicht drängen, sondern mit dem beginnen, was leichter fällt |
| „Ist es in Ordnung, wenn du alles, was ich dir anbiete, kritisch prüfst?" (mit Erläuterung des eigenen Vorgehens) | Gatekeeper einbinden, Skepsis als Ressource nutzen |
| „Wäre das okay so?" | Laufende Rückversicherung, Zustimmung der bewussten Ebene holen |
Coachee: Ihr ist schon einmal die Stimme weggeblieben, sie fühlte sich verwirrt. Sie wünscht sich, dass das Herz nicht klopft.
| Frage des Coaches | Wirkung |
|---|---|
| „Wie ist es jetzt mit deiner Stimme? Ist sie da oder verloren?" | Kurz ins Problemerleben führen |
| „Hast du die Erfahrung gemacht, oder ist es eher die Befürchtung?" | Erfahrung und Befürchtung unterscheiden |
| „Brauchst du im Moment irgendwas hier, damit es für dich einigermaßen passt?" | Unbewusste Seite abholen, Kontakt sichern |
| „Was hättest du dann stattdessen? Dein Herz würde doch hoffentlich noch klopfen?" | Unterschiedsbildung: Wie ruhiger, wie freudiger? |
Coachee: Sie will ruhig sein, aber der Körper reagiert unwillkürlich anders.
| Frage des Coaches | Wirkung |
|---|---|
| „Wer in dir ist das denn, der mit Herzklopfen reagiert?" | Symptom als eigene „Seite" einführen |
| „Fühlt sich diese Seite größer oder kleiner an? Stärker oder schwächer?" | Erlebnis der Seite konkretisieren |
| „Welchem Alterserleben entspricht dieses Gefühl?" | Innere-Kind-Ebene, hier ohne Ergebnis („hat kein Alter") |
Coachee: Sie findet ihre Reaktion „furchtbar" und ärgert sich über sich selbst. Das verstärkt die Enge.
| Frage des Coaches | Wirkung |
|---|---|
| „Wie findest du es von dir, dass du hier hochgekommen bist?" | Ressource und Mut würdigen |
| „Wie findest du es von dir selber, wenn sich das Kleinere, Schwächere meldet? Wie bewertest du dich, wie redest du mit dir?" | Beziehung zur eigenen Seite erfragen |
| „Was heißt für dich ‚furchtbar'?" | Begriff präzisieren |
| „Was hat dein Ärger für unwillkürliche Auswirkungen in dir? Macht er dich lockerer?" | Wirkung des bisherigen Lösungsversuchs prüfen (Ergebnis: kontraproduktiv) |
| „Wie geht es dir im Moment mit unserem Sprechen? Ist das okay so?" | Gatekeeper abholen, Prozess prüfen |
| „Wie reagiert dein Organismus?" / „Wie konnte das passieren?" | Erste Veränderung (weniger Herzklopfen) bewusst machen |
Technik am Rande (vom Coach erklärt, nicht gestellt): „Was könntest du schlechter machen?", wenn keine Lösungsideen kommen.
Coachee: Die Rolle als Führungskraft ist unproblematisch, schwierig ist nur, vor allen zu stehen. Alle Augen sind auf sie gerichtet, sie fürchtet, sich lächerlich zu machen.
| Frage des Coaches | Wirkung |
|---|---|
| „Was ist daran für die Seite so schlimm?" | Bedeutung der Situation für die Teilseite erfragen |
| „Was ist das Schlimmste, das sie befürchtet?" | Befürchtung konkretisieren |
| „Was hätte sie denn gern lieber, wenn die Augen schon gucken? Wann würde sie sich sicher fühlen?" | Sehnsucht und Bedürfnis hinter der Angst finden |
| „Da gibt es offenbar noch eine Seite von dir mit sehr hohen Erwartungen an dich, kann man das so sagen?" | Zweite Seite (innerer Kritiker) sichtbar machen |
| „Was fordert diese Seite von dir?" | Anspruch konkretisieren („souverän, immer") |
| „Sagst du das, oder sagt es diese Seite?" | Trennung von Person und Seite |
Coachee: Sie identifiziert sich vollständig mit dem Zittern und dem Druck.
| Frage des Coaches | Wirkung |
|---|---|
| „Würde es einen Unterschied machen, wenn du sagst ‚eine Seite von mir bibbert' statt ‚ich bibbere'?" | Dissoziation durch Sprache, als Angebot zur Prüfung |
| „Welchen Unterschied? Hast du eine Erklärung dafür?" | Erklärung der Klientin holen, Erleben verankern |
| „Wenn du es mit dir mal vergleichst …" (Vergleichsfrage ich/Seite) | Unterschiedsbildung im Körpererleben |
Coachee: Die Kritiker-Seite „kommt über den Arm", sehr nah und von links. Das setzt sie unter Druck.
| Frage des Coaches | Wirkung |
|---|---|
| „Von wo kommt sie: von vorn, seitlich, hinten?" | Imaginative Konstellation, Sinneskanäle einbeziehen |
| „Wie nah kommt sie, wenn sie dich richtig unter Druck setzt?" | Nähe als Stellschraube |
| „Welchen Platz könntest du ihr zuweisen, sodass dein Organismus sagt: ‚Na gut'?" | Neuen Platz selbst wählen lassen |
| „Wo müsste sie hin, damit du wieder Gestaltungskraft, Größe und Flexibilität spürst?" | Ressourcenorientierte Platzierung |
| „Welche Körperhaltung würde das ausdrücken?" | Körperliche Verankerung |
| „Wie wäre der Stand deiner Füße, sodass du einen guten Stand hast?" | Körperhaltung stabilisieren |
| „Wie viel Raum bräuchte dein Organismus?" | Raumerleben, kinästhetischer Anker |
| „Probier mal, ob es einen Unterschied macht, wenn du so oder so machst." | Vergleich mit somatischen Markern |
| „Ist es hinten besser, links vorne schlechter oder gleich?" | Intuition testen (Ergebnis: hinten, im unteren Rücken, stärkt) |
Coachee: „Wenn ich mich schlecht fühle, wäre es eher schwächend." Sie hat scheinbar keine passende Vorerfahrung, dann fällt ihr das Cello im Orchester ein.
| Frage des Coaches | Wirkung |
|---|---|
| „Hast du schon schwierige Situationen bewältigt, die am Anfang auch unvertraut aussahen?" | Muster des Gelingens suchen |
| „Und war da am Anfang auch ein Bibbern dabei?" | Normalisieren: Unvertrautes darf bibbern |
| „Hast du schon mal eine Situation erlebt, in der Augen auf dich gerichtet waren und du sie gut bewältigt hast?" | Konkrete Vorerfahrung mit dem Kernproblem |
| „Wie hast du das bewältigt?" | Strategie herausarbeiten (Fokus auf die Noten) |
| „Kann man das so sagen?" | Zusammenfassung zur Bestätigung anbieten |
| „Könnte man das auf deine Führungsrolle übertragen? Wäre das eine Hilfe?" | Transfer des Musters, Fokus statt Augen |
Coachee: Sie hat kein Objekt zum Festhalten wie die Noten. Ihr Ziel ist, ohne Unbehagen zu handeln.
| Frage des Coaches | Wirkung |
|---|---|
| „Wie hoch schätzt du die Wahrscheinlichkeit, die Führungsrolle ohne Zittern und Herzklopfen zu übernehmen?" | Ziel realistisch prüfen |
| „Und wie hoch, sie mit beginnendem Unbehagen zu übernehmen?" (Antwort: 99 %) | Ziel wird „nachverhandelt": Bibbern darf sein |
| „Wenn du mit Achtung und Mitgefühl auf diese Seite schaust, wie wird sich das auswirken?" | Selbstmitgefühl als Ressource |
| „Wo könnte sie in deiner Vorstellung hinkommen, sodass sie sich von dir geschützt fühlt?" | Schutzplatz für die kleine Seite |
| „Wie wird sich das in deinem Organismus auswirken?" | Körperlichen Effekt prüfen (stärkend) |
| „Macht dir das überhaupt Sinn, oder denkt du: Was schwätzt der Typ?" | Gatekeeper-Check |
Coachee: Von etwa 20 auf etwa 40 von 100 gestiegen. Sie neigt dazu, Situationen aus dem Weg zu gehen.
| Frage des Coaches | Wirkung |
|---|---|
| „Skala von 0 bis 10: Wo warst du am Anfang, wo bist du jetzt?" | Fortschritt sichtbar machen |
| „Was könnte helfen, das in den Alltag zu übertragen?" | Eigene Transferideen erfragen |
| „Was könnte ein Symbol für diese Seite sein?" | Anker (Klientin lehnt ab, das ist in Ordnung) |
| „Brauchst du im Moment noch etwas dafür?" | Bedarf prüfen statt aufdrängen |
| „Wie würdest du mit dir umgehen, wenn es mal nicht klappt? Was wäre der bisherige Weg?" | Rückfall vorwegnehmen |
| „Wäre das für deine gewünschte Entwicklung das Beste?" | Bisherige Strategie (Ausweichen) hinterfragen |
| „Wie wird sich das auswirken, wenn du diese Fähigkeit nutzt?" | Mut und Dranbleiben verankern |
| „Wohin hast du geschaut: auf die Augen oder auf unsere Zusammenarbeit?" | Fokus als Beweis der Lösungskompetenz |